Sirin: „Ich gehöre zu zwei Welten“

Foto von Sirin, wie sie eine Gebärde für einen Gebärdensprach-Kurs zeigt. Im Vordergrund ist unscharf eine Übersicht des Deutschen Fingeralphabets zu sehen.

Ich gehöre zu zwei Welten: zur hörenden Welt und zur gehörlosen Welt. Seit meiner Geburt bin ich gehörlos und trage Cochlea-Implantate. Trotzdem bedeutet das nicht, dass ich zu 100 % hören kann. Viele Menschen wissen das nicht.

Deshalb ist mir Aufklärung so wichtig. Jeder Mensch hört, kommuniziert und lebt anders. Manche Menschen nutzen Lautsprache, andere Gebärdensprache, viele auch beides. Einige tragen Hörgeräte oder Cochlea-Implantate, andere nicht. Jeder Mensch ist individuell und genau das sollte respektiert werden.

Gebärdensprache ist für mich besonders wichtig, weil ich dadurch alles vollständig verstehen und mich frei ausdrücken kann. Sie ist ein wichtiger Teil meines Lebens und meiner Identität.

Für mich bedeutet Inklusion, Unterschiede nicht als Problem zu sehen, sondern als Stärke. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, dazuzugehören, mitzumachen und akzeptiert zu werden, wie er ist. Außerdem finde ich wichtig, dass alle Menschen gleichberechtigt behandelt werden, unabhängig davon wie sie hören oder kommunizieren. Das gilt nicht nur für gehörlose, taube oder schwerhörige Menschen, sondern auch für Menschen mit anderen Behinderungen. Jeder Mensch ist gleich wichtig und verdient Respekt, Teilhabe und Akzeptanz. Ich finde auch: Für jede Behinderung ist Aufklärung wichtig. Viele Menschen verstehen Behinderungen nicht oder wissen zu wenig darüber. Deshalb ist es wichtig, miteinander zu reden, Fragen zu stellen und offen zu sein. Wir sind alle Menschen und gehören genauso zur Gesellschaft dazu. Niemand sollte ausgeschlossen oder benachteiligt werden.

Warum ist inklusives Ehrenamt für mich wichtig?

Inklusives Ehrenamt ist für mich wichtig, weil jeder Mensch dazugehören und mitmachen können sollte. Niemand sollte ausgeschlossen werden, nur weil er anders kommuniziert oder Unterstützung braucht.

Gebärdensprache ist für mich besonders wichtig, weil ich dadurch vieles besser und vollständig verstehen kann. Sie gibt mir Sicherheit, Verständnis und echte Teilhabe. Durch mein Ehrenamt möchte ich zeigen, dass Vielfalt normal ist und dass Inklusion alle Menschen bereichert.

Dabei ist mir wichtig, dass nicht nur gehörlose, taube oder schwerhörige Menschen gesehen werden, sondern auch Menschen mit anderen Behinderungen. Alle Menschen sollten die gleichen Chancen bekommen und gleichberechtigt behandelt werden.

Wo, warum und seit wann engagiere ich mich ehrenamtlich?

Seit dem 26.10.2019 engagiere ich mich ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen und Projekten rund um Inklusion, Barrierefreiheit und die Verständigung zwischen hörenden und gehörlosen Menschen. Dieses Engagement ist für mich eine Herzensangelegenheit, weil ich dazu beitragen möchte, Vorurteile abzubauen und mehr gegenseitiges Verständnis zu schaffen.

Mir ist wichtig zu zeigen, dass jeder Mensch unterschiedlich hört und unterschiedlich kommuniziert. Manche Menschen sprechen lautsprachlich, andere nutzen Gebärdensprache oder beides. Einige tragen Hörgeräte oder Cochlea-Implantate, andere nicht. Jede Person ist individuell und jede Entscheidung sollte respektiert werden.

Ich habe mich bereits in vielen unterschiedlichen inklusiven Projekten engagiert, unter anderem:

  •  „ganz barrierefrei ganz freiwillig ganz engagiert“ und „Mitmachen inklusiv!“ bei tgbw e.V.
  • Gebärdensprach-Workshops
  • Projekt „Inklusiast:innen“ bei KJR Rems-Murr e.V.
  • Kinder- und Jugendarbeit bei KJR Rems-Murr e.V., insbesondere in Ferienprogrammen
  • Hörspielprojekt bei Lokstoff
  • Theaterprojekt „Zwischen Himmeln“ bei Lokstoff
  • Schöne Aussicht Festival – Bright Signs bei Junges Ensemble Stuttgart
  • „Gemischte Platte“ – Projekt von Lernort Geschichte (stjg)
  • Inklusive Party bei Sukkat Salam
  • Inklusive Veranstaltung bei PLEKS Fellbach

Durch diese Projekte konnte ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln, Menschen zusammenbringen und aktiv zu mehr Inklusion und Teilhabe beitragen.

Was möchte ich in der Gesellschaft ändern?

Ich wünsche mir mehr Offenheit, Barrierefreiheit und Verständnis in der Gesellschaft. Viele Menschen wissen noch zu wenig über Hörbehinderungen, Gebärdensprache und andere Formen von Behinderungen.

Mein Beitrag für eine inklusivere Gesellschaft ist es, Menschen aufzuklären, Vorurteile abzubauen und zu zeigen, dass Vielfalt normal ist. Oft helfen schon kleine Veränderungen, damit sich Menschen willkommen, respektiert und gleichberechtigt fühlen.

Wie möchte ich andere Menschen für inklusives Ehrenamt begeistern?

Ich möchte anderen Menschen sagen: Habt keine Angst vor Unterschieden. Inklusives Ehrenamt verbindet Menschen, schafft neue Begegnungen und stärkt die Gemeinschaft. Man lernt voneinander, baut Vorurteile ab und kann gemeinsam viel bewegen.

Jeder Mensch kann mit kleinen Schritten etwas Positives verändern. Wichtig ist, dass alle Menschen die gleichen Chancen bekommen und gleichberechtigt behandelt werden – unabhängig davon, wie sie hören, sprechen oder kommunizieren oder welche Behinderung sie haben.

Über Sirin gibt es ein interessantes Video des Projekts „Lebende Tagebücher“ (Kubus e.V.).
Schaut es euch gern an und klickt dafür auf den folgenden Link:
https://www.youtube.com/watch?v=Qg2rObV0BGQ

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